Deutscher Suchtkongress
Bd. 1 Nr. 1 (2023): Deutscher Suchtkongress

Telemedizinische Möglichkeiten in der Antabussprechstunde

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Yvonne Krisam , Anne Koopmann , Falk Kiefer 

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Die Vergabe von Disulfiram erfordert einen hohen zeitlichen Aufwand nicht nur von Seiten der Behandler*innen, sondern auch von Seiten der Patient*innen. Dieser Zeitaufwand führt zu einer Minderversorgung verschiedener Patientengruppen. Lange Anfahrtswege, Ausübung eines Berufes und familiäre Verpflichtungen können Gründe für Patient*innen sein die Einnahme von Disulfiram abzulehnen. Alleinige regelmäßige Telefonkontakte stellen kein ausreichendes Versorgungsangebot dar.


Methoden
Der Einsatz telemedizinischer Möglichkeiten im Rahmen einer Antabussprechstunde soll die Versorgung bisher unterversorgter Patient*innengruppen möglich machen. Ziel dieser Studie ist es ein neuartiges Gerät zur telemedizinischen Supervision zu evaluieren. Der Zenalyser misst in der Atemluft Stoffwechselprodukte des Disulfiram-Stoffwechsel sowie Ethanol. Diese Daten werden über eine automatisierte mail den Behandler*innen zugesandt. Durch die Abgabe einer täglichen Probe ist eine engmaschige Supervision der Patient*innen möglich.
Die Behandler*innen haben zudem die Möglichkeit den Patient*innen Nachrichten per mail oder sms zukommen zu lassen. Setzen die Behandler*innen zudem (video-)telefonische Kontakte ein, können eine engmaschige Supervision mit therapeutischen Interventionen auch über zeitliche und räumliche Distanzen kombiniert werden.


Ergebnisse
Die aktuelle Studie soll die Akzeptanz des Zenalysers bei den Patient*innen untersuchen. Die Regelmäßigkeit der Nutzung durch die Patient*innen, Handling, Behandlungskontinuität und Rückfälle sollen evaluiert werden. Insbesondere erscheint wichtig zu sein, ob Rückfälle zeitnah durch die Behandler*innen erkannt werden und telemedizinische Möglichkeiten ausreichend sind den Patient*innen durch Einleiten verschiedener Interventionen wieder zur Abstinenz zu führen. Zudem soll die Qualität der Kontakte durch die Patient*innen evaluiert werden.


Diskussion und Schlussfolgerung
Berufstätigkeit, Familie mit kleinen Kindern oder weite Distanzen zu Behandlungszentren können Gründe sein, dass trotz einer Indikation zu einer Disulfiram-Behandlung, eine Behandlung nicht begonnen wird. Es fehlt an telemedizinischen Interventionen, welche die Supervision der Disulfiram-Behandlung unterstützen.
Hier soll ein neuartiges Gerät Unterstützung bieten. Dieses Gerät kann die Einnahme des Disulfirams per mail an die Behandler*innen melden. Therapeutische Intervention erfolgen per mail, sms oder (Video-) Telefonie. Diese Flexibilität in der Behandlung kann weiteren Patient*innengruppen, bei ähnlichen Supervisionsmöglichkeiten, eine Therapie ermöglichen.


Offenlegung von Interessenskonflikten sowie Förderungen
Ich und die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.


Erklärung zur Finanzierung: ZI Mannheim

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Telemedizinische Möglichkeiten in der Antabussprechstunde. (2023). Deutscher Suchtkongress, 1(1). https://doi.org/10.18416/DSK.2023.1064

Literaturhinweise

Zitationsvorschlag

Telemedizinische Möglichkeiten in der Antabussprechstunde. (2023). Deutscher Suchtkongress, 1(1). https://doi.org/10.18416/DSK.2023.1064